Kaum ein Ort steht so sehr für den Sport wie Olympia. Hier fanden vor vielen Jahrhunderten die ersten Olympischen Spiele statt – und genau deshalb gehört ein Besuch der antiken Stätte für viele sportbegeisterte Kreuzfahrer zu den interessantesten Ausflügen während eines Stopps in Katakolo.
Das Schöne: Olympia lässt sich von Katakolo problemlos auf eigene Faust erreichen. Wir haben uns gegen einen teuren Ausflug der Reederei und auch gegen einen organisierten Bustransfer entschieden und sind stattdessen mit dem Zug gefahren. Hier erfährst du alles, was du für den Ausflug wissen musst.

Der Bahnhof von Katakolo liegt nur etwa fünf Minuten zu Fuß vom Kreuzfahrthafen entfernt. Du musst vom Kreuzfahrthafen aus lediglich nach rechts bzw. wenige hundert Meter Richtung Norden an der Hauptstraße entlanglaufen, dann erreichst du den kleinen Bahnhof. Die Zugverbindung ist auf die Ankunft der Kreuzfahrtschiffe abgestimmt und deshalb für Kreuzfahrtgäste besonders praktisch.
Stand 2026 fährt der Zug um 9:15 Uhr in Katakolo ab. Die Fahrt nach Olympia dauert rund 52 Minuten. Zurück geht es um 13:30 Uhr, sodass der Zug um 14:22 Uhr wieder in Katakolon ankommt. Damit bleiben vor Ort gut drei Stunden Zeit – für uns genau richtig, um die Ausgrabungsstätte und die Museen in Ruhe anzuschauen.
Wichtig ist allerdings: Auf dieser Verbindung gibt es keinen früheren und keinen späteren Zug. Wer den Zug zurück zum Schiff nehmen möchte, muss deshalb unbedingt pünktlich am Bahnhof sein.
Das Zugticket kostet 2026 5 Euro pro Person und Strecke. Man kann das Ticket zwar online kaufen, notwendig ist das aber nicht. Wir sind einfach eingestiegen und der Schaffner kam kurz vor bzw. während der Fahrt vorbei und verkaufte die Tickets. Bezahlen konnte man bar oder mit Karte.
Da der Zug bereits einige Zeit vor der Abfahrt im Bahnhof steht, würden wir empfehlen, einige Minuten früher dort zu sein. Bei unserer Fahrt haben zwar alle Passagiere einen Sitzplatz bekommen. Allerdings lag neben unserem Schiff nur noch ein weiteres kleineres Kreuzfahrtschiff im Hafen, sodass an anderen Tagen mehr los sein kann. Der Großteil der Passagiere nutzt aber – für uns nicht wirklich nachvollziehbar – das Busangebot der Reiseveranstalter. Viele wissen aber auch nichts von der Möglichkeit, mit dem Zug zu fahren.
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Vom Bahnhof in Olympia sind es ungefähr fünf bis zehn Minuten zu Fuß bis zum Archäologischen Museum. Die eigentliche Ausgrabungsstätte befindet sich nur wenige hundert Meter weiter.
Wir haben zunächst die kostenlose Toilette beim Archäologischen Museum genutzt und sind dann direkt zur Ausgrabungsstätte gegangen. Der Ticketschalter befindet sich kurz vor dem Eingang. Es gibt lediglich ein Kombiticket für die Ausgrabungsstätte, das Archäologische Museum und das Museum der Geschichte der antiken Olympischen Spiele. Der reguläre Eintritt für Erwachsene kostet 20 Euro (Stand: 2026). Senioren über 65 Jahren zahlen 10 Euro. EU-Bürger bis 25 Jahre und Kinder haben kostenlosen Eintritt.
Vor dem Eingang der Ausgrabungsstätte wurden bei unserem Besuch gekühlte 0,5-Liter-Flaschen Wasser für einen Euro angeboten. Nur ein paar Meter weiter befinden sich auf der linken Seite aber auch kostenlose Trinkwasserspender, an denen man seine Flasche auffüllen kann. Das sollte man auch unbedingt machen. Bei unserem Besuch Mitte September war es auf dem weitläufigen Gelände extrem heiß. Schatten gibt es nur wenig und man ist einige Zeit unterwegs.

Das Ausgrabungsgelände ist ziemlich groß. Von den ursprünglichen Gebäuden ist zwar meist nicht mehr besonders viel erhalten, trotzdem ist es spannend, zwischen den alten Mauern und Überresten der verschiedenen Bauwerke herumzulaufen.
Wer keinen Guide gebucht hat, kann einen kostenlosen Audioguide nutzen. Dieser ist auch auf Deutsch verfügbar. Dafür muss lediglich die entsprechende App HH-Guide heruntergeladen werden. Die dafür notwendigen QR-Codes findet man auf den Informationstafeln auf dem Gelände. Viele der Tafeln selbst sind ebenfalls auf Deutsch.

Eines der Highlights ist für uns das antike Stadion. Die rund 192 Meter lange Laufbahn kann heute noch betreten werden. Viele Besucher nutzen die Gelegenheit für ein Foto in Startblock-Manier, andere laufen sogar eine Runde über die historische Strecke. Bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen wurde übrigens das Kugelstoßen in diesem historischen Stadion ausgetragen.

Nach dem Rundgang durch das Ausgrabungsgelände lohnt sich der Besuch des Archäologischen Museums. Gerade an einem heißen Tag ist es angenehm, dort erst einmal etwas abzukühlen. Im Museum sind unter anderem alte Tonkrüge, Statuen und zahlreiche weitere Fundstücke aus Olympia zu sehen. Vieles davon hilft dabei, sich besser vorzustellen, wie die Anlage und das Leben rund um die Olympischen Spiele früher ausgesehen haben.
Wenn danach noch Zeit bleibt, kann man zusätzlich das Museum der Geschichte der antiken Olympischen Spiele besuchen. Einige Exponate ähneln denen aus dem Archäologischen Museum, allerdings gibt es hier mehr Informationen über die Wettkämpfe und darüber, wie die Olympischen Spiele in ihrer ursprünglichen Form abgelaufen sind.
Wir hatten durch die Zugverbindung etwas mehr als drei Stunden in Olympia und fanden die Zeit vollkommen ausreichend. Wichtig ist natürlich, nicht zu spät zum Bahnhof zurückzugehen. Bei unserer Rückfahrt stand der Zug bereits bereit und ist – wie auch auf der Hinfahrt – pünktlich abgefahren.
Auch die Ankunft in Katakolo erfolgte pünktlich um 14:22 Uhr. Da der Zug hauptsächlich auf die Kreuzfahrtgäste ausgerichtet ist, wird wohl darauf geachtet, dass die Verbindung zuverlässig funktioniert. Bei uns hat alles reibungslos geklappt.
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20 Euro Eintritt sind sicherlich nicht ganz wenig. In einigen Bewertungen wird Olympia etwas abfällig als Ort mit „nur ein paar Steinen“ beschrieben. Ganz abwegig ist eine solche Beschreibung zwar nicht – von vielen Gebäuden stehen heute tatsächlich nur noch Überreste. Für uns hat sich der Besuch trotzdem gelohnt. Es ist etwas Besonderes, an dem Ort zu stehen, an dem die Geschichte der Olympischen Spiele begann. Dazu kommt eine gewisse mystische Atmosphäre, die man auf Fotos nur schwer vermitteln kann.
Wir würden deshalb empfehlen, sich für den Besuch etwas Zeit zu nehmen und zumindest den kostenlosen Audioguide zu nutzen. Dadurch bekommt man deutlich mehr von den einzelnen Gebäuden und ihrer Geschichte mit. Für 20 Euro Eintritt plus 10 Euro für die Hin- und Rückfahrt war der Ausflug für uns jedenfalls gut investiertes Geld. Wer während seiner Kreuzfahrt in Katakolo Halt macht, sollte Olympia aus unserer Sicht deshalb durchaus auf die eigene Ausflugsliste setzen.
Und wer vor oder nach dem Ausflug noch eine Walking- oder Laufstrecke direkt ab dem Kreuzfahrthafen sucht, findet bei uns ebenfalls passende Routen.