Erfahrungsbericht: Vesuv und Pompeji auf eigene Faust ab Salerno Kreuzfahrthafen

Im September 2026 waren wir auf Kreuzfahrt und haben in Salerno gehalten. Das Ausflugsziel schlechthin ist dort Pompeji. Als Wanderfans und Naturliebhaber haben wir uns natürlich gefragt: Kommen wir auch noch auf den Vesuv? Und schaffen wir beides an einem Tag – am besten auch noch möglichst günstig? 

Wir können sagen: Ja, der Vesuv und zusätzlich Pompeji sind grundsätzlich machbar, wenn es die Liegezeiten des Schiffs hergeben. Bei uns war sogar noch ein kleiner Rundgang durch Salerno drin. Allerdings mussten wir auf der Hinfahrt auch zweimal einen Dauerlauf einlegen. 

Hier erfährst du, wie wir auf den Vesuv gekommen sind, was wir bezahlt haben und worauf wir bei der Planung achten würden. 

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Vom Kreuzfahrthafen zum Bahnhof von Salerno 

Unser Schiff lag offiziell von 7:00 bis 17:30 Uhr im Hafen. Wir hatten uns deshalb vorgenommen, den Zug um 7:37 Uhr nach Pompei zu nehmen. Die Züge fuhren bei unserer Reise etwa alle 30 Minuten. Der entscheidende Punkt war aber der Anschluss: Von Pompei mussten wir noch mit dem Bus auf den Vesuv, und der fährt deutlich seltener. 

Leider sind wir erst um 7:20 Uhr vom Schiff runtergekommen. Für die rund 2,3 Kilometer zum Bahnhof hatte Google Maps 31 Minuten veranschlagt. Wir haben daher einen Dauerlauf entlang der schönen Promenade eingelegt und es gerade noch rechtzeitig zum Zug geschafft. Gemütlich in den Tag starten geht anders. 

Die schöne Promenade von Salerno
Die schöne Promenade von Salerno – auch zum Joggen geeignet

Die Verbindung hatten wir über die Website von Trenitalia herausgesucht. Dort konnten wir die Tickets auch unproblematisch online kaufen. Dadurch spart man sich die Zeit, am Bahnsteig noch den Ticketautomaten zu bedienen. Die einfache Fahrt kostete nur 2,80 Euro pro Person. Um 8:19 Uhr kamen wir pünktlich in Pompei an. 

Ein Hinweis zum Gleis in Salerno: Unser Zug fuhr von Gleis 2TR. Wir sind zuerst zu Gleis 2 gegangen – dieses hat mit Gleis 2TR aber nichts zu tun. Gleis 2 ist ein durchgehendes Gleis, während 2TR in Salerno beginnt beziehungsweise endet. Wir mussten, sobald wir an den Gleisen waren, nach links zu den dort beginnenden Gleisen gehen. In der Satelitenansicht auf Google Maps kann man an den dort stehenden Zügen erkennen, wo sich diese Gleise befinden. Wenn du ohnehin knapp dran bist, ist dieser kleine Unterschied ziemlich wichtig. Prüfe natürlich trotzdem, von welchem Gleis dein Zug tatsächlich abfährt. 

Mit dem Bus 808 von Pompei auf den Vesuv 

In Pompei fuhr unser Bus 808 an der Piazza Anfiteatro ab. Bei Google Maps findest du die Haltestelle unter „Pompei – P.zza Anfiteatro CL“. Dort liegt auch ein Eingang zur Ausgrabungsstätte von Pompeji. Bei unserer Planung mit KI wurde uns öfter gesagt, dass wir zu einer anderen Haltestelle sollten. Tatsächlich fuhr der Bus aber an der Piazza Anfiteatro ab und hier sollte auch die Haltestelle sein, die sich am nächsten zum Bahnhof befindet. 

Vom Bahnhof Pompei sind es laut Google Maps etwa zehn Minuten zu Fuß. Unser Zug kam um 8:19 Uhr an, der Bus sollte um 8:30 Uhr abfahren. Also mussten wir gleich noch einen Dauerlauf hinlegen. 

Unterwegs wurden wir von Personen aus einem Reisebüro angesprochen, die uns eine Tour verkaufen wollten und sagten, dass der Bus bei ihnen abfahren würde. Wenn du zum öffentlichen Bus möchtest, lass dich davon nicht aufhalten und verunsichern – vor allem nicht, wenn du so knapp dran bist wie wir. 

An der Piazza Anfiteatro stand dann nur ein Bus, sodass dieser Problemlos zu finden war und wir ihn gerade noch rechtzeitig erwischt haben. Darüber waren wir ziemlich froh: Der nächste 808 wäre nämlich erst um 9:50 Uhr gefahren. 

Tickets direkt beim Busfahrer kaufen 

Es gibt eine App, über die man theoretisch Bustickets kaufen kann. Trotz längerem Versuchen haben wir unsere Verbindung dort aber nicht gefunden. Beim Busfahrer ging es dafür völlig unproblematisch: Wir haben 3,80 Euro pro Person und Strecke bezahlt. 

Nimm dafür unbedingt Bargeld mit. Unser Fahrer konnte Scheine wechseln, ein Kartengerät haben wir aber nicht gesehen. 

Die Fahrt nach oben dauerte ungefähr 55 Minuten. Schon unterwegs hatten wir einen tollen Blick auf Neapel. Gerade die Strecke, sobald es den Vulkan hinaufgeht, ist wirklich spektakulär. 

Unsere Zielhaltestelle findest du bei Google Maps unter „Ercolano – Vesuvio CL“. Dort befindet sich direkt der Eingang zum Nationalpark, wo der Aufstieg zum Krater startet.  

Eintritt zum Vesuv: Tickets unbedingt vorher buchen 

Der Eingang zum Nationalpark – der Bus hält direkt davor
Der Eingang zum Nationalpark – der Bus hält direkt davor

Für den Zugang zum Kraterweg brauchst du ein Ticket. Wir haben es vorab über die offizielle Ticketseite bei Vivaticket gekauft und 11 Euro pro Person bezahlt. 

Auf der Seite stand zwar, dass man das Ticket ausdrucken müsse. Bei uns ließ sich der QR-Code aber problemlos vom Handy scannen. 

Bei der Buchung wählst du eine Uhrzeit aus. In unserer Ticketbeschreibung stand, dass der Eintritt bereits 120 Minuten vor und bis zu 120 Minuten nach der gebuchten Uhrzeit möglich war. Dies stellte sich als zutreffend raus. Wir hatten Tickets für 11:00 Uhr und konnten damit ohne Probleme schon um 9:30 Uhr hinein. 

Lies dir vor deiner Buchung aber unbedingt die aktuelle Beschreibung durch, damit du weißt, welches Zeitfenster für dein Ticket gilt. Falls keine regulären Tickets mehr verfügbar sind, lohnt sich ebenfalls ein Blick auf die Hinweise der offiziellen Seite. Dort waren bei unserer Buchung weitere Möglichkeiten aufgeführt. 

Aufstieg zum Krater: kurz und technisch unproblematisch, aber sehr windig 

Der Weg führt zunächst ein Stück geradeaus und dann über einige Serpentinen zum Kraterrand. Es geht durchaus steil bergauf, technisch ist der Aufstieg aber einfach. Der Weg ist breit, gut präpariert und besteht aus feinem Vulkangestein. Hier laufen auch Leute hoch, die man sonst wohl eher nicht auf Wanderwegen finden würde. 

Gut gesicherter Weg mit spektakulären Ausblicken auf Neapel und in den Krater
Gut gesicherter Weg mit spektakulären Ausblicken auf Neapel und in den Krater

Der begehbare Teil am Krater ist gut durch Zäune gesichert, ausgesetzte Stellen gab es auf unserer Strecke nicht. Besondere Wanderausrüstung haben wir dafür nicht gebraucht. In Flip-Flops würden wir trotzdem nicht hochlaufen – feste, bequeme Schuhe sind die bessere Wahl. 

Was wir deutlich unterschätzt hatten, war der Wind. Am Krater war es bei uns extrem windig. Pass deshalb auf Handy, Sonnenbrille und alles auf, was sich leicht verabschieden könnte. Eine leichte Jacke würden wir auch im Sommer empfehlen. 

Kann man einmal um den Krater laufen? 

Bei unserem Besuch konnten wir den Krater nicht umrunden. Laut unserer Aufzeichnung war der begehbare Weg nach oben und am Krater entlang etwa 1,5 Kilometer lang, mit rund 165 Höhenmetern. Anschließend ging es auf demselben Weg zurück. 

Der Krater des Vesuvs
Der Krater des Vesuvs

Unterwegs gab es mehrere kleine Shops mit Souvenirs, Kaffee und Snacks. Am letzten Shop war der weitere Weg durch eine Kette versperrt. Auf den höheren Teil des Kraterrands kamen wir deshalb nicht. Auf einer Karte am Eingang war zwar auch ein Rundweg eingezeichnet. Gefunden haben wir diesen allerdings nicht. Plane also besser mit einer kurzen Wanderung und damit, dass du denselben Weg zurückgehen musst. 

Schild am Beginn des Nationalparks – diesen Weg haben wir jedoch nicht gefunden
Schild am Beginn des Nationalparks – diesen Weg haben wir jedoch nicht gefunden

Wir waren nach ungefähr einer Stunde und 20 Minuten wieder am Eingang. Etwa 20 Minuten davon hatten wir am Krater verbracht, Fotos gemacht und den Ausblick genossen. Zeitlich passte das perfekt: Um 11:00 Uhr konnten wir den Bus 808 zurück nach Pompei nehmen. 

Früh dran sein hat sich gelohnt 

Unser Bus am Morgen ist mit ungefähr zehn Personen angenehm leer gewesen. Der Bus, mit dem wir zurückfuhren, war der Bus, der zuvor um 9:50 Uhr in Pompei gestartet ist. Hier sind etliche Leute aus dem Bus ausgestiegen. Auch generell kamen uns im Nationalpark auf dem Rückweg schon deutlich mehr Leute entgegen, als wir beim Aufstieg gesehen haben. Wenn du die Möglichkeit hast, lohnt sich der frühe Bus also durchaus. Wir waren jedenfalls froh, den Vesuv noch etwas ruhiger erlebt zu haben. 

Mittags weiter nach Pompeji 

Kurz vor 12:00 Uhr waren wir wieder in Pompei. Zu unserer Überraschung hielt der Bus auf der Rückfahrt nicht an der Piazza Anfiteatro, sondern endete am westlichen Eingang der Ausgrabungsstätte. Für uns war das aber perfekt: So konnten wir Pompeji von West nach Ost durchqueren, ohne am Ende wieder zum Ausgangspunkt zurückzumüssen.

Das beeindruckende Pompeji
Das beeindruckende Pompeji

Die Eintrittskarten für Pompeji haben wir erst kurz vorher im Bus online gekauft, ebenfalls über das Vivaticket-Portal. Hier sind zwar 2 Euro Servicegebühr angefallen. Dafür konnten wir aber die lange Schlange am Ticketschalter umgehen.  

Bei unserer Buchung gab es ein Eintrittszeitfenster von 9:00 bis 13:00 Uhr und eines ab 13:00 Uhr. Die Zeiten bezogen sich auf den Einlass, nicht auf die Aufenthaltsdauer. Mit unserem Ticket für das erste Zeitfenster gingen wir kurz nach 12:00 Uhr hinein und mussten um 13:00 Uhr natürlich nicht wieder raus. Wir haben das Ticket Pompeii Express gebucht, dass zum Eintritt in die antike Stadt (ohne Vorstadtvillen) berechtigt.  

Wir haben ungefähr drei Stunden in Pompeji verbracht. Gegen 15:00 Uhr nahmen wir den Zug zurück nach Salerno, den wir kur vor der Abfahrt über die Trenitalia-Seite für 2,80 Euro gebucht haben. In Salerno hatten wir damit sogar noch Zeit, die Altstadt anzuschauen. 

Was hat unser Ausflug gekostet? 

Für den gesamten Ausflug haben wir 46,20 Euro pro Person bezahlt: 

Zug Salerno–Pompei, Hin- und Rückfahrt, jeweils kurz vor Abfahrt online gebucht: 5,60 € 

Bus 808 zum Vesuv, Hin- und Rückfahrt, einzeln beim Fahrer bezahlt: 7,60 € 

Eintritt zum Vesuv, mit Vorlauf online gebucht: 11,00 € 

Eintritt Pompeji inklusive Onlinegebühr, kurzfristig online vor dem Eingang gebucht: 22,00 € 

Gesamt: 46,20 € 

Die Preise, Abfahrtszeiten und Einlassregelungen beziehen sich auf unseren Besuch an einem Dienstag im September 2026. Prüfe sie vor deinem Ausflug noch einmal – gerade der Bushrplan ist für diesen Tagesablauf entscheidend. 

Unsere Tipps für die Planung ab Salerno:

Zuerst auf den Vesuv, danach nach Pompeji 

Wenn du beides machen möchtest, würden wir unbedingt mit dem Vesuv anfangen. Dort bist du weiter vom Schiff entfernt und stärker auf die wenigen Busverbindungen angewiesen. 

Unser Plan für den Fall, dass etwas schiefgeht, war deshalb einfach: Pompeji auslassen und direkt mit dem Zug zurück nach Salerno fahren. So hatten wir einen Teil des Tages, den wir bei Bedarf hätten streichen können. Letztlich hatten wir dort aber noch viel Zeit. 

Der Bus 808 fuhr bei uns zuverlässig. Trotzdem würden wir bei einem Ausflug auf eigene Faust immer genügend Puffer für die Rückkehr zum Schiff einplanen. 

Unser früher Anschluss war wirklich knapp 

Wir hatten auf der Hinfahrt zweimal Glück: zuerst mit dem Zug in Salerno und dann mit dem Bus in Pompei. Unseren Ablauf würden wir deshalb keinesfalls als entspannten Standardplan empfehlen. 

Wenn du dir diesen Stress sparen möchtest, kannst du eine spätere Busverbindung anpeilen. Bei unserer Reise fuhr der nächste Bus um 9:50 Uhr ab Pompei. Zurück gab es unter anderem Verbindungen um 12:30 und 13:30 Uhr ab Vesuv. 

Damit wäre allerdings weniger Zeit für Pompeji geblieben. Außerdem waren sowohl der spätere Bus als auch der Krater bei unserem Besuch deutlich voller. Trotzdem hätte auch mit dieser Verbindung noch ein Besuch von Pompeji geklappt. 

Öffentlicher Bus oder organisierte Tour? 

Falls du den frühen Bus verpasst und lange auf den nächsten warten müsstest, kann es sich lohnen, bei den Tourenanbietern vor Ort nach Abfahrtszeiten und Preisen zu fragen. Vielleicht lässt sich so Zeit sparen. Hierzu haben wir aber keine näheren Informationen. 

Ansonsten hat der öffentliche Bus für uns völlig ausgereicht. Die Touranbieter sagten zwar, dass er unterwegs so oft halten würde. Das kam uns aber nicht so vor. Die meisten Fahrgäste wollten ohnehin auf den Vesuv, und die Fahrt nach oben war schon ein schöner Teil des Ausflugs. 

Wir hatten vorher relativ lange recherchiert, wie wir mit öffentlichen Verkehrsmitteln am besten zum Vesuv kommen. Dabei wurden uns immer wieder unterschiedliche Verbindungen und Haltestellen angezeigt. Die Kombination aus Zug nach Pompei und Bus 808 hat bei uns dann super funktioniert – abgesehen von den beiden sehr sportlichen Umstiegen am Morgen. 

Wenn du nur eines von beiden besuchen möchtest 

Nur Pompeji: Dafür können wir den Zug ab Salerno sehr empfehlen. Wir haben lediglich 2,80 Euro pro Strecke bezahlt, und die Verbindungen waren häufig und bei uns zuverlässig. Für uns wäre das auch bei einem reinen Pompeji-Ausflug die erste Wahl, weil wir unseren Aufenthalt selbst einteilen konnten. 

Nur Vesuv: Auch dafür würden wir wieder mit dem Zug nach Pompei und anschließend mit dem Bus 808 fahren. Ohne Pompeji im Anschluss hast du deutlich mehr Luft im Tagesplan. Ob der spätere Bus gut passt, solltest du trotzdem anhand der Liegezeit und der aktuellen Rückfahrmöglichkeiten prüfen. 

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Unser Fazit: Zwei Dauerläufe, ein Vulkan und ein richtig schöner Tag 

Vesuv, Pompeji und sogar noch ein kleiner Rundgang durch Salerno lassen sich an einem Kreuzfahrttag schaffen, wenn die Liegezeiten passen. Es kann dabei aber durchaus stressig werden und den einen oder anderen Dauerlauf erfordern. Das gehört bei unserem Ausflug zur Wahrheit dazu. Plane in jedem Fall, mit ausreichend Puffer zurück in Salerno zu sein, da ja auch noch die Strecke bis zum Kreuzfahrthafen zurückgelegt werden muss. 

Der Vesuv hat uns sehr beeindruckt. Der Blick in den Krater und die weite Aussicht waren die Mühe auf jeden Fall wert. Pompeji konnten wir von oben zwar nicht sehen, weil der Weg dafür nicht weit genug um den Krater herum begehbar war. Dafür standen wir wenig später selbst zwischen den Ausgrabungen. 

Umso glücklicher waren wir, dass beides geklappt hat. Und dass wir inklusive aller Eintritte weniger als 50 Euro pro Person bezahlt hatten, hat bei unseren Mitreisenden auf dem Schiff schon etwas Neid hervorgerufen. Manche hatten ungefähr diesen Betrag allein für den Transfer nach Pompeji und den Eintritt bezahlt und mussten sich dort an die Zeiten ihres Veranstalters halten. 

Wir hatten einen wunderschönen Tag mit vielen Erlebnissen, der zu den Highlights unserer Kreuzfahrt gehört hat. Beim nächsten Mal würden wir nur gerne auf die beiden Dauerläufe verzichten.